02.04.2013

Neu: Rucksackbibliothek für Familien im Kinderhaus

Seit kurzem gibt es im Kinderhaus die „Rucksackbibliothek“, die im Rahmen der Sprachförderstelle von der Fachkraft Susanne Böhe eingerichtet wurde. „Familien haben damit die kostenlose Möglichkeit, Freitags einen von fünf Rucksäcken auszuleihen, um sich mit ihren Kindern am Wochenende in Ruhe mit den drei Büchern zu beschäftigen, die der Rucksack enthält. Am Montag wird er wieder im Kinderhaus abgegeben“, erläutert Susanne Böhe die Idee diese Konzeptes.

In Zeiten wachsender Nutzung von elektronischen und Online-Medien gerät das klassische Buch und damit auch das Vorlesen und gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern immer mehr ins Abseits. Dabei ist aber gerade das Bilderbuch ein bewährtes Medium, um Kindern erste Berührungspunkte mit Schriftsprache zu bieten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen und zu bleiben. Eine Tatsache, die Eltern gerade in unserer schnelllebigen Zeit nutzen sollten, nicht zuletzt, um sich und ihren Kindern kleine Inseln der Ruhe und Konzentration zu gönnen.

In jedem der fünf Rucksäcke befinden sich drei Bücher: Ein klassisches Bilderbuch, ein Sachbilderbuch und ein bilinguales Buch, d.h. mit einem Text in zwei Sprachen. Im Kinderhaus sind viele Nationalitäten vertreten, daher sind auch die russische, türkische, albanische und arabische Sprache in diesen Büchern zu finden. Viele Familien freuen sich darüber, eine Geschichte in ihrer Muttersprache vorlesen zu können und die deutsche Entsprechung gleich daneben zu haben. Andere finden es spannend, eine fremde Sprache kennenzulernen und den Inhalt dennoch verstehen zu können, weil die Geschichte ja auch in Deutsch erzählt wird. Wenn unterschiedliche Kulturen sich so besser kennenlernen, können alle Beteiligten einen Gewinn daraus ziehen.

Elke Theege, Leiterin der Kita das Kinderhaus e. V. Elmshorn, freut sich über die gute Resonanz: „Die Nutzung der Rucksackbibliothek ist sehr gut angelaufen, so dass es denkbar ist, zu einem späteren Zeitpunkt die Bücher- oder Rucksackanzahl zu erhöhen.

Den Rahmen für diese Aktion bildet die bundesweite „Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ mit dem Projekt „Förderung qualifizierter Fachkräfte für Sprachförderung“. Bis Ende 2014 wird eine halbe Sprachförderstelle durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF) finanziert. Das Ministerium unterstützt Kinder mit sprachlichem Förderbedarf durch eine in den Kita-Alltag integrierte, altersgerechte Förderung. Insgesamt stellt der Bund von März 2011 bis Ende 2014 bundesweit rund 400 Millionen Euro zur Verfügung, um ca. 4.000 Einrichtungen - insbesondere in sozialen Brennpunkten - zu fördern.